P-Seminar präsentiert Projekt im Bundestag

 

10.728 Unterschriften sind es letztendlich geworden. Die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Katholische Religion hatten im Rahmen ihrer Solidaritätsaktion für verfolgte Christen unter anderem eine Petition an die Bundesregierung initiiert und darin ein größeres Engagement Deutschlands, der EU und der UNO gegen die Verfolgung von Christen und für Religionsfreiheit generell gefordert.

 

Am 07. Oktober 2014 war es nun soweit: Auf Einladung des Bundestagsforums „Stephanuskreis“ reisten die Seminarteilnehmer nach Berlin um das eigene Projekt zu präsentieren, über das Thema zu diskutieren und schließlich die gesammelten Unterschriften zu übergeben.

 

Die Schülerin Antonia Rockenmaier erläuterte im Sitzungssaal E800 des Bundestages den Abgeordneten des Stephanuskreises und einigen Gästen Idee und Verlauf der Solidaritätsaktion „Sie sind wie wir“. Sie wies auf gesammelte Erfahrungen hin, dankte für die Aufnahme des Themas „Christenverfolgung“ in den aktuellen Koalitionsvertrag und forderte die Zuhörer auf, bei aller Aktualität der Gräueltaten durch die Terrormiliz „IS“ im Irak und in Syrien, auch die Beschneidung der Rechte von Gläubigen in Ländern wie Nigeria, Nordkorea, Ägypten oder den beliebten Urlaubsinseln Malediven nicht zu vergessen.

 

Der Vorsitzende des Stephanuskreises im Bundestag, Prof. Dr. Heribert Hirte, sprach einen „ganz herzlichen Dank“ an die Jugendlichen für ihr Engagement in Sachen Religionsfreiheit aus und ging im Besonderen auf die im Schülervortrag angesprochene Gleichgültigkeit vieler Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem Thema „Christenverfolgung“ ein. Hirte sieht es als einen wichtigen Auftrag des Stephanuskreises, genau dem entgegenzuwirken: „Das Thema geht uns alle an! Umso wichtiger ist es, dass jeder von uns sich immer wieder fragt: Was tun wir eigentlich?“ Die Schüler seien da vorbildhaft vorangegangen, lobte der Vorsitzende des Forums.

 

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister und religionspolitische Fraktionssprecher, Dr. Franz Josef Jung, bedankte sich ebenfalls bei den Jugendlichen für ihren Einsatz. Er betonte, wenn einer Gesellschaft die Bedeutung des Themas stärker bewusst werde, finde sich auch eine breitere Basis für die Politiker, zu handeln. „Wir sind dazu verpflichtet, uns auf Grundlage unserer Wertvorstellungen zu engagieren. Nur so haben wir die Chance, Religionsfreiheit auch in anderen Teilen der Erde Wirklichkeit werden zu lassen.“

 

Während der eineinhalbstündigen Sitzung war jeder Schüler eingeladen, reihum von seinen, während der Aktion gemachten Erfahrungen, zu sprechen und Wünsche vorzutragen:

 

Einige von ihnen schilderten, dass viele Menschen kaum etwas über das heutige Ausmaß der Christenverfolgung wissen und denken: „Christenverfolgung, das gab es doch nur im alten Rom‘“. Der Schüler Christian Rothmund appellierte deshalb an die Medien, das Thema Religionsfreiheit stärker in den Vordergrund zu stellen.

 

Manche Seminarteilnehmer stießen generell auf große Skepsis, wenn sie über Religion sprechen wollten – in ihren Polo-Shirts, auf denen groß zu lesen ist: „Wenn Glaube gefährlich wird“. Diese Skepsis, meint die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött, könne nur gebrochen werden, wenn man im Alltag darüber spreche. Die Jugendlichen jedenfalls haben sich fest vorgenommen, das auch nach dem Ende ihres Projekts zu tun und rieten den Politikern, auch selbst aktiv zu werden, vor allem in sozialen Netzwerken: „Natürlich ist Face-to-face das Beste, aber da erreichen Sie eben nicht so viele wie bei Facebook!“ – so der Schüler Raphael Parzich.

 

Anna Balles berichtet den Politikern: „Lob und positive Resonanz gab es vor allem von den Gottesdienstbesuchern, wenn wir in den Gottesdienst waren und von unserer Aktion erzählten“ Alles in Allem blickten die Seminarteilnehmer zufrieden und auch ein wenig stolz auf ihre Aktion zurück: „Es ist schön zu wissen, dass wir so viele junge Menschen erreicht haben und diese jetzt mehr darüber nachdenken“ – offenbart Gerald Hohenbleicher.

 

Im Schlusswort zitierte Dr. Georg Nüßlein, der Abgeordnete für den Wahlkreis Neu-Ulm/Günzburg, seinen Fraktionsvorsitzenden Dr. Volker Kauder: „Die Wahrheit muss immer politisch korrekt sein“ – und ermutigte damit alle Anwesenden, sich auch bei heiklen Fragen in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen.

 

Mit der Bitte um Weiterleitung an die Bundeskanzlerin übergaben die Schülerinnen und Schüler dann ihre gesammelten Unterschriften zusammen mit einem offenen Brief an den Vorsitzenden des Stephanuskreises.

 

Josef Rief, Abgeordneter des Nachbarwahlkreises Biberach und selbst Mitglied des Stephanuskreises, lud das P-Seminar im Anschluss an die gemeinsame Sitzung noch zu einer interessanten Privatführung durch die Bundestagsgebäude ein. Und bevor am nächsten Tag die Heimreise angetreten wurde, ließen sich die Seminarteilnehmer im Bierkeller der Bayerischen Landesvertretung noch ein leckeres Mittagessen servieren…

 

Vergelt’s Gott und Danke an alle, die dieses Projekt unterstützt haben!

StK/P-Sem