Wallfahrt der Schulfamilie ins Heilige Land

vom 24. - 31. Mai 2013

 

„Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Hause des Herrn wollen wir pilgern!“ (Ps 122,1)


Im Jahr des Glaubens ging die Wallfahrt der Schulfamilie an die heiligsten Stätten des christlichen Glaubens: nach Israel. 51 Pilger waren es, die sich aufmachten, Schüler, Eltern, Großeltern und Geschwister sowie Lehrer.

 

Es ging in aller Herrgottsfrüh los; wir sollten drei Stunden vor dem Abflug am Flughafen sein. Ein Bus brachte uns dorthin. Unterwegs feierten wir eine kleine Morgenandacht und beendeten sie mit unserem Pilgerlied: „Pilger sind wir Menschen.“  Die Sicherheitsprozeduren und der Flug verliefen störungsfrei, und so kamen wir aus der Kühle und Nässe des bayrischen Wetters in die trockene Hitze Israels. Bis wir das erste der beiden Hotels erreichten, in denen wir im Verlauf der Woche übernachteten, dauerte es einige Zeit, in der wir – unter anderem – die volle Blüte der Oleander am Straßenrand bewundern konnten.  Am Hotel trafen wir zum Sabbatbeginn ein und hatten so die Gelegenheit, orthodoxe Juden bei ihrer Feier des Sabbats zu beobachten.  Später in Bethlehem würden wir den Muezzin erleben, der die muslimischen Gläubigen fünfmal am Tag zu ihrem Gebet ruft. So entwickelten sich zwei unterschiedliche Kulturen: Die einen haben einen sog. Sabbatschalter an der Klimaanlage, die anderen weckt der Muezzin in der Nacht (bzw. am sehr frühen Morgen), damit sie ihre Gedanken aufs Gebet richten.

 

Das Land ist klein; von Norden nach Süden sind es ungefähr 500 Kilometer. Und alle Pilgergruppen wollen dasselbe sehen: Kafarnaum, den Berg Tabor, den Berg der Seligpreisungen, Nazareth und andere Punkte von biblischem Interesse. So trafen wir gleich dreimal im Verlauf der Woche mit einer Pilgergruppe aus Weißenhorn zusammen: Die Welt ist doch klein!

 

Am Berg der Seligpreisungen feierten wir eine Messe, die wohl den meisten Teilnehmern dadurch im Gedächtnis bleiben wird, dass wir gegen eine sehr motivierte afrikanische Gruppe anzusingen hatten. Andere Messen hatten ihre je eigenen Höhepunkte:  am Ufer des Sees Genezareth, auf dem Ölberg in Jerusalem, auf den Hirtenfeldern in Bethlehem.

 

Bethlehem eröffnete uns den Zugang zu einer anderen Welt, der Muezzin ist nur ein Beispiel dafür.  Der Anblick der Mauer ist schon bedrückend, und vor den Maschinengewehren der Soldaten an den Kontrollpunkten verstummte alles Lachen und Schwatzen. Eindrucksvoll im positiven Sinne dagegen war der Vortrag des Vorsitzenden des Trägervereins für das örtliche Kinderkrankenhaus. Selbst bei flüchtigstem Hinhören war nicht nur die Sorge für die kranken Kinder deutlich, sondern auch die Einschränkungen für die Bevölkerung durch die Politik.

 

Als Gegengewicht steht die Fahrt zum Toten Meer, der Besuch der Felsenfestung Masada und dem Naturdenkmal En-Gedi mit seinem grandiosen Wasserfall sowie - natürlich! – das Bad im Toten Meer.  Einige von uns müssen sich darauf verlassen, dass andere ihnen die Wahrheit erzählten, dass es wirklich so ist, wie es in den Büchern steht: Ja, es ist so. Und das ist ja auch eine Form des Glaubens.

 

Jerusalem war unbestrittener Glanz- und Höhepunkt der Wallfahrt. Ölberg, Via Dolorosa, Grabeskirche, Tempelberg, Klagemauer, das sog. Christliche Zion mit Abendmahlssaal, Davidsgrab und Dormitiokirche. Schön und ergreifend war nicht nur die Messe am Ölberg, sondern der gemeinsame Gesang in St. Anna am Betesdateich, bewegend auch der Besuch von Jad Waschem, der Gedenkstätte für den Holocaust.

 

Es bleibt nur noch, Pater Christian Hamberger einen herzlichen Dank auszusprechen für die Organisation der Reise. Vergelt’s Gott!

 

Jutta Esser