Wegen "Grüß Gott" hingerichtet

Märtyrerausstellung durch Dr. Peter Düren eröffnet


Herr Frank, Lehrer des Kollegs, berichtet über den Eröffnungsabend ...

(veröffentlicht in der Illertisser Zeitung am 16. Jan. 10)

 

Illertissen (hf) - Märtyrer sind in den Augen von Dr. Peter C. Düren die wahren Stars der Welt, die alles auf die Karte „Gott“ setzen. Düren gehört dem Referat für Glaubenslehre des Bistums Augsburg an. Er war nach Illertissen gekommen, um die Ausstellung über 28 Märtyrer des 20. Jahrhunderts aus dem Bistum Augsburg im Kolleg der Schulbrüder zu eröffnen.

 

Für viele Menschen hat das Thema „Märtyrer“ etwas, das weit zurück in der Frühgeschichte des Christentums angesiedelt ist. Oder, man denkt an sogenannte islamistische „Märtyrer“, die sich und andere in die Luft sprengen und dann als im „Dschihad“ (Heiliger Krieg) gefallene Kämpfer für den Islam direkt ins Paradies gelangen. Zwischen beiden gebe es einen fundamentalen Unterschied. Während letztere unschuldige Menschen in den Tod reißen und Terror verbreiten, seien christliche Märtyrer bereit, ihr eigenes Leben für ihren Glauben und für Andere zu opfern. Man spreche dann von einem Martyrium, wenn die Christen Verfolgung aus Glaubensgründen hinnehmen, auch unter Todesbedrohung zu Gottes Willen stehen und schließlich einen gewaltsamen Tod erleiden. Solche Menschen sind laut Referent die wahren Stars der Welt.

Peter C. Düren verstand es, sein zum Großteil aus Lehrern bestehendes Publikum detailliert auf die Ausstellung einzustimmen. Mit Beispielen von grausamen Morden an Christen in Ländern wie Ägypten, Irak und der Türkei vermittelte er ein drastisches Bild von den unvorstellbaren Problemen, denen sich Christen in islamischen oder totalitären Ländern ausgesetzt sehen. Er verdeutlichte, dass das Thema „Märtyrer“ hochaktuell ist und die Zahl der Fälle höher ist als je zuvor.

In knapper Form präsentierte Düren die 28 Märtyrer, über deren Wirken die eindrucksvolle Dokumentation in der Aula des Kollegs mit großen Schautafeln informiert. Neben Geistlichen und Ordensbrüdern und -schwestern befinden sich auch ganz „normale“ Christen, unter anderem Schüler, Studenten, Arbeiter, Handwerker und Widerstandskämpfer darunter.

Ein Beispiel, das drei Schulklassen beim Besuch des Vortrages am Vormittag mit am meisten beeindruckte: Christoph Probst, der als 23-jähriger Student, obwohl er konfessionslos erzogen worden war, sich noch taufen ließ kurz vor seiner Hinrichtung als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.

Für Öffentlichkeit zugänglich

Die Ausstellung wird von den Religionsklassen des Kollegs der Schulbrüder, der Johannes-von-La-Salle Realschule und der Erhard-Vöhlin-Schule im Rahmen des Unterrichts besucht werden. Diese drei Schulen laden als Veranstalter gemeinsam auch die Öffentlichkeit zum Besuch ein.

Dafür sind folgende Termine vorgesehen: An den Samstagen, 16. und 23. Januar, jeweils von 18.30 bis 20 Uhr sowie am morgigen Sonntag, 17. Januar, von 13 bis 15 Uhr. Termine für Gruppen sind nach Absprache mit dem Kolleg unter Telefon (07303) 96030 möglich