Achtklässler bereitet sich auf Taufe vor

Pressebericht der Illertisser Zeitung von Regina Langhans

Illertissen/Sießen im Wald Sein Interesse an der katholischen Religion zur Lebensorientierung machen will Marcus Deutscher (14) aus Sießen im Wald. Er hat daher den Religionslehrer, Kaplan Pater Christian Hamberger, um die Taufe gebeten. Termin dafür ist Samstag, 11. Juli, während des Gemeindegottesdienstes um 18.30 Uhr in der St.-Maria-Magdalena-Kirche in Sießen.

Pater Christian, Religionslehrer am Kolleg in Illertissen, hatte nicht schlecht gestaunt, als ihn der Achtklässler nach Schuljahresbeginn auf dem Gang wegen eines Tauftermins angesprochen hatte. „In einer ersten Reaktion signalisierte ich ihm, Bedenkzeit zu nehmen.“ Des Paters Rat lautete, sich mal bis Weihnachten diese Absicht gut durch den Kopf gehen zu lassen. Befasst hat sich Marcus allerdings schon lange mit dem Thema: „Mich faszinieren die Geschichten in der Bibel, Religion hat mich immer interessiert.“ Dass er zu dieser Meinung imstande ist, dafür hat Mutter Kathleen Deutscher gesorgt, indem sie ihn von Anfang an am Religionsunterricht teilnehmen ließ, freiwillig. „In der 1. und 2. Klasse hatte ich Religionsunterricht, dann setzte ich aus wegen der Kommunionvorbereitung und ging in den Ethikunterricht“, erinnert sich Marcus. „Aber wir haben den Mitschülern zur Erstkommunion gratuliert“, fügt die Mutter an, die Marcus’ Entscheidung mitträgt: „Ich finde sie gut.“ Für ihn sei es so etwas wie der letzte Schritt in eine Gemeinschaft, der er bereits angehört. „Er ist schon lange bei der Clique der katholischen Landjugend, wogegen ich in der DDR konfessionslos aufgewachsen bin“, so Kathleen Deutscher.

Im Gymnasium in Illertissen war Marcus dann ab der 6. Klasse im Reli-Unterricht wieder dabei. In den höheren Klassen werden Filme gezeigt, Markus findet Religionsunterricht einfach spannend. Januar 2009 war die gesetzte Frist verstrichen. Pater Christian fragte nach, und die beiden unterhielten sich öfter, in der Art einer Taufvorbereitung. „Für mich war besonders interessant, wie jemand als Außenstehender Religion beurteilt.“ Der Pater betrachtete die Gespräche als Entscheidungsprozess mit offenem Ausgang: „Ich wollte herausfinden, ob seine Entscheidung wirklich das ist, was er möchte“, so der Pater.

Gespannt auf das neue Gefühl hinterher

„Markus ist alt genug, um selbst zu entscheiden, das nötige Wissen dazu hat er sich aneignen können“, erklärt die Mutter mit Blick auf den großen morgigen Tag, an dem ihr Sohn sowohl die Taufe als auch die Erstkommunion empfängt. Pater Christian wird dafür eigens nach Sießen kommen, aber auch Mitschüler. „Ich denke, es gehört viel Mut dazu, in dieser Zeit und in diesem Alter zu sagen, jawohl, aus Überzeugung zu Gott lasse ich mich taufen“, so Klassenkamerad Florian Mayer. „Ich freue mich und bin aufgeregt zugleich“, bekennt der angehende Katholik und ist gespannt, welch neues Gefühl ihn danach erfasst. Als Kleidung hat er sich für eine weiße Hose entschieden, die Taufkerze liegt bereit. Die Rolle der Taufpatin übernimmt Simone Guter, eine Freundin der Mutter, die Marcus von klein auf kennt. Sie findet es bewundernswert, dass sich ein junger Mensch eigenständig zu Taufe und Kommunionempfang entschließt. „Ich möchte ihn dabei begleiten und freue mich sehr, seine Taufpatin zu sein.“ Nächste Station in Marcus’ geistlicher Laufbahn wird die Firmung sein, die er ein Jahr drauf regulär mit den Freunden aus der Clique empfangen wird.